Seminardetails

Die zweitägige Schulung zu Form- und Lagetoleranzen bestehen aus drei Teilen und sieben Schulungsblöcken.

Block 1.

Im ersten Block werden Ihnen die haftungsrechtlichen Grundlagen und die Grundsätze aus dem ISO-GPS System (geometrische Produktspezifikation) vermittelt:

  • Tolerierungsgründe

    Die Vergabe von Toleranzen ist notwendig, da es nicht möglich ist auf Nennmaß zu fertigen. Dadurch werden bestimmte Eigenschaften des Werkstücks beeinflusst, welche in nachfolgenden Prozessen und im Einsatz zu Komplikationen führen.

  • Haftungsrechtliche Bedeutung von technischen Zeichnungen

    Sie erfahren wann eine technische Zeichnung haftungstechnisch unbrauchbar ist und unter welchen Umständen Sie sich bei Produkthaftungen selbst belasten. Zudem werden die Normen besprochen, welche das Vorgehen zur Annahmeverpflichtungen beim Kunden im Fall von fehlerhaften Werkstücken beschreiben.

  • ISO-GPS System in verschieden Phasen des Lebenszyklus eines Werkstückes

    Oftmals ist es völlig unklar in welchen Phasen des Lebenszyklus von Werkstücken durch Normen begleitet werden, welche Sie zu beachten haben. Hier erfahren Sie an wann die geometrische Produktspezifikation beginnt und das diese über die Fertigung hinaus geht.

  • 13 Grundsätzen der geometrischen Produktspezifikation (ISO 8015)

    Hier schauen wir uns eine Norm etwas genauer an, welche dreizehn elementare Grundsätze zur geometrischen Spezifikation von der Erstellung und Interpretation Ihrer technischen Zeichnung beschreibt. Mit dem den Grundsätzen wird zudem die Überprüfung der Werkstücke in Abhängigkeit der Zeichnung geregelt.

  • Tolerierungsgrundsätze (Unabhängigkeitsprinzip, Hüllbedingung)

    Ihnen werden die beiden Tolerierungsgrundsätze mit den spezifischen Vor- und Nachteilen nahegebracht und Sie erfahren wann Sie welchen Grundsatz anwenden sollten.

Seminarblock 1
Seminarblock 2

Block 2.

Der zweite Block geht auf die unterschiedliche Auswerteverfahren in der QS ein, welche Sie bereits in der Zeichnungserstellung beachten müssen. Zudem werden  die verschiedenen Toleranzarten und deren Bedeutung in der Praxis wiederholt.

  • Angabe im Schriftfeld und an Geometrieelementen

    Im Schriftfeld sind nicht nur grundlegende Angaben zur Identifikation und Zuordnung des Werkstücks zu finden, sondern ebenfalls Hinweise zur Interpretation der einzelnen Elemente zu finden. Sie erfahren welche Angaben unbedingt eingetragen werden müssen und was diese bedeuten.

  • Auswerteverfahren  (Hüll, Pferch, Gauß, ...)

    Für das Eintragen von Form- und Lagetoleranzen sind einfache Regeln zu befolgen, damit die technische Zeichnung übersichtlich und somit leicht lesbar bleibt. Sie erhalten eine einfache Schritt-für-Schritt Anleitung zur übersichtlichen Eintragung von Form- und Lagetoleranten.

    Mit den neuen Symbolen und Eintragungsregeln können Sie als Konstrukteur explizit und eindeutig angeben auf welche Art und Weise für Sie wichtige Geometrieelemente von der QS überprüft werden sollen.

  • Arten von Toleranzangaben und Bedeutung für die Praxis

    Grundsätzlich lassen sich schier unendlich viele Parameter an selbst sehr einfachen Werkstücken tolerieren. Mit einigen Praxisbeispielen werden Sie auf die Notwendigkeit der Tolerierung der Grobgestalt und deren Auswirkungen sensibilisiert.

  • Elementare Unterschiede von Form- und Lageabweichungen

    Die Unterschiede von Form- und Lageabweichungen sind unübersehbar, aber dennoch nur von den wenigsten in eigene Worte zu fassen obwohl Sie diese tagtäglich anwenden. Es ist aber sehr wichtig die großen Unterschiede zu kennen, damit die verschiedenen Toleranzarten korrekt verwendet werden.

  • Grundsätze und Leitregeln für Form- und Lagetoleranzen
  • Reale und abgeleitete Geometrieelemente

    Mit den Form- und Lagetoleranzen werden nicht nur reale, also für Sie sichtbare, sondern auch abgeleitet Geometrieelemente toleriert. Das muss allerding eindeutig angegeben werden, wofür Ihnen neue Symbole zur Verfügung stehen.

Block 3.

Im dritten Block widmen wir uns ausschließlich den Form- und Lagetoleranzen. Dabei wiederholen Sie zunächst die einzelnen Toleranzarten und Sie erhalten einen Überblick über die neuen Symbole und Eintragungsregeln.

  • Wiederholung der Grundlagen zu den Form- und Lagetoleranzen (ISO 1101)

    Sie wenden täglich einen Großteil der Form- und Lagetoleranzen an und an dieser Stelle werden Sie und Ihre Mitarbeiter nochmal auf einen gemeinsamen Stand gebracht.

  • Toleranzzonen

    Nachdem alle Toleranzarten wiederholt wurden, nehmen wir uns den Toleranzzonen an, also die Bereiche, welche toleriert werden. Die Toleranzzonen können dabei definierte Formen annehmen, je nachdem welche für Sie sinnvoll ist.

  • Zusätzliche Symbole ISO 1101 und ISO 1660

    Damit Ihre Zeichnungen und die damit verbundenen Toleranzzonen eineindeutig werden erhalten Sie eine Reihe neuer Symbole zu Verfügung. Die Verwendung dieser neuen Symbole verhindern jegliche Interpretation Ihrer Zeichnungen.

  • Kennzeichnung von Toleranzrahmen (ISO1101)

    Der Toleranzrahmen, oder neudeutsch Toleranzindikator genannt, hat an jeder Position einen definierten Bereich in dem bestimmte Symbole stehen dürfen, damit genau das beschrieben wird was Sie sich vorstellen.

  • Regeln zur Kennzeichnung von Bezugselementen (ISO 5459)

    Damit die Lagetoleranzen auch einem korrekten Bezug zugeordnet werden, befassen wir uns intensiv mit Bezügen, Bezugssystemen (hierarchisch und vollständig), Bezugsstellen, sowie mit dem praxisgerechten bilden von gemeinsamen Bezugsachsen.

Seminarblock 3
Seminarblock 4

Block 4.

Mit dem vierten Block kommen immer mehr Praxisbeispiele auf Sie und Ihre Mitarbeiter zu, welche Sie zu interpretieren haben. Das vermittelte Wissen wird immer intensiver angewendet. Die Verständnislücken werden identifiziert und beseitigt.

  • Vorgehen zur Interpretation von technischen Zeichnungen

    Damit die Interpretation einer Zeichnung schnell und systematisch durchgeführt werden kann erhalten Sie einen Leitfaden, welchen Sie an mehreren Beispielen anwenden.

  • Kriterien zum Festlegen von Form- und Lagetoleranzen

    Das Festlegen von Form- und Lagetoleranzen erfolgt nach einem bestimmten Schema, um mögliche Interpretationen zu vermeiden. Dazu erhalten Sie einen Leitfaden, welcher zudem auf eine fertigungs- und prüfgerechte Ausführung optimiert wurde.

  • Linien- und Flächenprofiltoleranzen (ISO 1660)

    Die Linien- und Flächenprofiltoleranzen sind nicht nur als Form-, sondern auch als Lagetoleranzen verwendbar. Aufgrund dieser vielfältigen Anwendung können sehr komplexe Angaben auf einzelne Profiltoleranzen mit entsprechenden zusätzlichen Symbolen heruntergebrochen werden, welche sich auf das für Sie wichtige beschränken.

  • Versetzte Toleranzzonen

    Grade wenn Sie mit technischen Zeichnungen arbeiten, welche Ihr Werkstück über mehrere Fertigungsschritte beschreibt, können unsymmetrische Toleranzzonen sinnvoll sein. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie Schichten auftragen (Lack, Galvanik, …) oder Material in mehreren Prozessen abtragen.

Block 5.

Der fünfte Block befasst sich intensiv mit der Positionstolerierung und den neuen Symbolen aus der ISO 5458

  • Positionstolerierung ISO5458

    Eine der von Ihnen am häufigsten eingesetzten Lagetoleranz ist die Positionstoleranz. Mit dieser Ortstoleranz lassen sich nicht nur Positionen von einzelnen Bohrungen tolerieren, sondern auch ganze Bohrgruppen im Sinne eines schwimmenden Bohrbildes.

  • Alternative Tolerierung mit Linien- und Flächenprofiltoleranzen

    Neben der gegenwärtigen Tolerierung von Stufenmaßen mittels Maßtoleranzen gilt es nach dem Aktuellen Stand der Technik Linien- bzw. Flächenprofiltoleranzen zu verwenden, welche eindeutiger sind. Diese und weitere Alternativen zur Tolerierung mit den Profiltoleranzen werden Ihnen verdeutlicht.

  • Simultane Toleranzangabe SIMi und Elementgruppenspezifikation

    Oftmals ist es sinnvoll verschiedene Gruppen von tolerierten Geometrieelemente zueinander zu tolerieren, obwohl diese nicht in der gleichen Ebene oder auf demselben Geometrieelement liegen. Dafür haben Sie nun eigene definierte Symbole zur Verfügung.

Seminarblock 5
Seminarblock 6

Block 6.

Der sechste Block beinhaltet zusätzliche Symbole und Eintragungsregeln, welche Ihnen dabei helfen enge Toleranzen günstig und funktionsgerecht zu fertigen.

  • Maximum-Material-Bedingung MMB (ISO 2692)

    Mit der Maximum-Material-Bedingung lassen Sie Form- und Lagetoleranzen im Rahmen eines definierten Toleranzbudgets zu, solange die Funktion (Fügbarkeit) sichergestellt ist, zu.

  • Minimum-Material-Bedingung LMB (ISO 2692)

    Die Minimum-Material-Bedingung lässt ebenfalls eine Überschreitung der Form- und Lagetoleranzen innerhalb eines Toleranzbudgets zu, solange die Funktion (Mindestwandstärke) zugelassen wird.

  • Reziprozitätsbedingung (ISO 2692)

    Anders als bei den vorherigen beiden Bedingungen werden hier Überschreitungen der Maßtoleranz zugelassen, in Abhängigkeit des Toleranzbudgets. Mit der Verwendung dieser Bedingung können alle Toleranzen in einem für die Fertigung optimalen Bereich ausgenutzt werden, was wiederum enorm an Kosten einspart.

  • Tolerierung nicht-formstabiler Teile nach (ISO 10579)

    Grade bei dünnwandigen oder elastischen Werkstücken sorgt bereits die Schwerkraft für eine Verformung, welche größer ist als im eingebauten Zustand. Mit zusätzlichen Symbolen können Sie eindeutig kennzeichnen in welchem Zustand mit den dazugehörigen Toleranzen das Werkstück zu prüfen ist.

  • Projizierte Toleranzzone (ISO 1101)

    Grade bei sehr engen Toleranzen ist es sinnvoll nur den Bereich zu tolerieren, welcher für die Funktion wichtig ist. Dieser Bereich kann auch außerhalb des Werkstücks liegen, was Sie mit der projizierten Toleranzzone explizit angeben können.

Block 7.

Im siebten Block gehen wir auf die  Maß- und Allgemeintoleranzen ein.

  • Maßtoleranzen

    Maßtoleranzen sind nicht gleich Maßtoleranzen, abhängig von der Verwendung sind unterschiedliche Darstellungen und Symbole zu wählen. Auch hier haben sich in den letzten Jahren einige Eintragungsregeln verändert, welche Sie kennen müssen.

  • Allgemeintoleranzen (ISO 2768)

    Jeder kennt Sie und jeder hat Sie im Schriftkopf stehen, dennoch werden sie weder sinnvoll verwendet noch beachtet. Hier können Sie die Zeichnung mit wenigen Anpassungen stark vereinfachen.

  • Allgemeintoleranzen für Kunststoff-Formteile (DIN 16742)

    Was für Allgemeintoleranzen bei metallischen umgeformten Werkstücken gilt, das gilt nicht für die Allgemeintoleranzen von aus Kunststoff urgeformten Werkstücken. Grade hier sind besondere Randbedingungen zu beachten auf welche Sie hingewiesen werden.

  • Messverfahren von Form- und Lagetoleranzen

    Neben den Regeln zum eintragen von Form- und Lagetoleranzen ist es wichtig deren Überprüfung zu kennen, damit Sie sich über die Folgen Ihrer Eintragungen im Klaren sind.

  • Tolerierung von Maßelementen (ISO14405)

    In diesem Teil wird die Tolerierung von Längenmaßen wiederholt und die wichtigsten Neuerungen hinsichtlich Symbole und Eintragungsregeln besprochen.

Seminarblock 7
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Zusammenfassung- und Praxis

Der letzte 1,5-Stunden Block ist der Praxisblock schlechthin. Sie wenden das in den zwei Tagen erlangte Wissen an Ihren eigenen Zeichnungen an und interpretieren die einzelnen Form- und Lagetoleranzen.

Wir schauen was bisher sehr gut umgesetzt wurde und an welcher Stelle Verbesserungsbedarf besteht. Dadurch haben Sie die Gelegenheit systematische Fehler zu korrigieren und Fragestellungen aus Ihrer täglichen Praxis vor Ort zu klären.